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Norderstedt | CDU

Ist die ärztliche Versorgung in Norderstedt noch gewährleistet?

Norderstedt (em) „Hier muss man unterscheiden zwischen der allgemeinmedizinischen Versorgung und der Versorgung von Kindern und Jugendlichen, sowie unseren älteren Mitbürgern“, sagt Frank Schulz, Sprecher der CDU-Fraktion im Sozialausschuss und Mitglied des Jugendhilfeausschusses.

„Wir haben mit 17 Allgemeinmedizinern in Norderstedt eine gute und flächendeckende Versorgung, wo es jedoch auch zu langen Wartezeiten kommt. Noch größere Probleme gibt es in der ärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr. Laut Bedarfsplanung nach § 99 SGB V (Sozialgesetzbuch Nr. V) ist die Verhältniszahl (Zahl der Einwohner pro zugelassenen Arzt) im Kreis Segeberg auf 3.990 Einwohner unter 18 Jahren mit einem Mediziner deklariert. Da wir im Kreis Segeberg bei 2.593 Einwohnern unter 18 Jahren pro Kinderarzt stehen, gilt in unserer Region eine Überversorgung. Dieses spiegelt jedoch nicht die tatsächlichen Gegebenheiten für die Kinderärzte und ihrer Patienten in Norderstedt wider. Die Stadt Norderstedt verfügt über 5 Kinderärzte. Wenn man die normale Arbeitszeit eines Kinderarztes nimmt, kommt jeder einzelne Arzt auf ca. 9 Patienten pro Tag, wenn jedes Kind/Jugendliche nur 1 x pro Jahr zum Arzt geht. Jedoch allein bei einem Kind würden im 1. Lebensjahr 5 Untersuchungen laut gesetzlicher Pflicht (das sogenannte U-Heft) beim Kinderarzt stattfinden, die die gesamte Verhältniszahl über den Haufen werfen würden. Bei diesen Untersuchungen ist noch keine hinzukommende Erkrankung wie Erkältung etc. enthalten. Daher weichen immer mehr Familien aus Norderstedt zu den Kinderärzten in den Nachbargemeinden wie nach Quickborn aus, um zeitnah Termine zu bekommen.“

Auch für die Behandlung von komplexen Erkrankungen und chronisch kranker Kinder ist im Norden Hamburgs nichts vorhanden. Allein ein einziges Sozial-pädiatrischen-Zentrum gibt es in Hamburg, das Werner-Otto-Institut, das aus ambulanten Mitteln der Kassenärztlichen Vereinigung-Hamburg finanziert wird und somit nur den Hamburger Kindern zur Verfügung steht. Hier müssen sich die einzelnen Parteien mit Instituten wie dem Verein Kunterbund, die sich intensiv um die Belange von Kinder mit erheblichen Erkrankung kümmern, die über die sogenannte Grundversorgung hinaus gehen, in Verbindung setzen für eine umfassende Versorgung dieser Familien.

Genauso verhält es sich bei der Versorgung von unseren älteren Mitbürgern durch Spezialisten im geriatrischen Bereich, der sogenannten Altersheilkunde. Hier fehlt generell die umfassende Versorgung, auch mit dem Hintergrund der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft.

Ist die jetzige Aufteilung der einzelnen Spezialisten in Norderstedt noch gerechtfertigt? Es gibt 11 Frauenärzte, aber nur 2 Urologen. Es gibt 12 Orthopäden, aber nur 3 Kardiologen. Auch die Versorgung mit Kinder- und Jugendpsychologen ist mit 3 Psychologen und 2 Therapeuten denkbar schwach. Die Wartezeiten sind für diese Familien erheblich.

„Es fehlt hier generell eine gute Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung“ resümiert Dr. Matthias Helt, leitender Oberarzt und Mitglied des Sozialausschusses. Wir brauchen hier nicht nur die umfassende Vernetzung, sondern zum Wohle des Patienten geeignete Versorgungszentren. Es sollte für jede Region eine Bedarfsplanung geben, um hier geeignete Fachärzte in Versorgungszentren ansiedeln zu können, um eine umfassende Versorgung der gesamten Familie zu gewährleisten.

Die CDU-Fraktion Norderstedt hat diese Probleme im Bereich der kinderärztlichen Versorgung sowie der Altersheilkunde erkannt und wird zeitnah die entsprechenden Anträge für ein eigenes Sozialpädiatrisches und fachärztliche Versorgungs-Zentren beim Sozialausschuss einreichen.

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