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Norderstedt | Europa

Digitale Nutzung in Schulen erfordert höchste Verantwortung

Norderstedt (em) „Die Medienerziehung in Schulen ist nicht mit der Anschaffung der Tablets für jedes Kind beendet“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek. Die Bundesdrogenbeauftrage Marlene Mortler fordert „eine Medienerziehung, die es in sich hat. Es reicht nicht, Milliarden in die Hand zu nehmen und jedem Kind ein Tablet in die Hand zu drücken. Lehrer müssen in die Lage versetzt werden, Kinder für den Umgang mit sozialen Medien fit zu machen“.

Was bedeutet das? Ohne Frage kann die Anwendung digitaler Medien eine Bereicherung des Unterrichts sein, aber immer in Ergänzung zum traditionellen Lernen, das eine ganz andere Anforderung an die Gehirnarbeit stellt. Es ist Wunschglauben, wenn einige Politiker oder sogar Lehrer eine Verbesserung der schulischen Leistung durch die Nutzung von Laptop oder Smartboard erwarten. Wissenschaftliche Analysen belegen diese Aussage. Die Lösung von Aufgaben oder das Lesen werden mit dem Laptop geskimmt oder durch Surfen im Netzwerk, das heißt, durch Gleiten auf dem Bildschirm, verfügbar gemacht, was einer oberflächlichen Abschöpfung der Ergebnisse bedeutet. Ein Eindringen in die Materie, eine positive Beanspruchung des Gedächtnisses mit bleibendem Wissen kann es nicht geben. Die Computer drohen den Schülern die geistige Arbeit abzunehmen, mit allen Folgen für Gegenwart und Zukunft.

Computer und Internet verändern nicht nur unser Denken, unser Gedächtnis, und unsere Aufmerksamkeit, sondern auch das Sozialverhalten der Schüler und auch der Erwachsenen. Wo bleiben die persönlichen sozialen Beziehungen, wenn man nicht mehr direkt miteinander spricht, sondern alles über Computer regelt. Die Anonymität und Vereinsamung kann vorprogrammiert sein. Lassen sich über Computer persönliche Freundschaften entwickeln? „Lernen wie auch das Leben mit Freundschaften setzt aber eigenständige, persönliche Geistesarbeit und Initiativen voraus“, so Ritzek.

Wirkungen wie auch Wirkungsmechanismen bei der Anwendung von Computern in der Schule, besonders für Lernen und Sozialverhalten, müssen parallel zu den Investitionsentscheidungen für digitale Geräte beachtet werden. „ Die Forderung von einigen Politikern auf allen Ebenen zur kompletten Klassenausstattung mit digitalen Geräten reicht für verantwortliches Handeln nicht aus“, so Ritzek abschließend.
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