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Norderstedt | Europa

Kreuzfahrt: Wohlfühlen ohne Tiefgang

Norderstedt (em) „Für eine Woche Kreuzfahrt bei etwa 3.000 Passagieren werden neben vielen anderen Köstlichkeiten zum Genießen auch etwa 5,3 Tonnen Fische und Krustentiere und 32 Kilo Kaviar geladen. „Da kann ja nur Freude und Wohlfühlen aufkommen, wenn man die etwa 2.000 Euro brutto pro Person für solch eine Kreuzfahrt bezahlen kann“, so der ehemaliger Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek.

„Aber etwas Tiefgang, etwas Nachdenken bei den Passagieren über die Hintergründe einer Kreuzfahrt wäre dringend notwendig, heute in einer Zeit, in der jeder seinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten muss, eine Zeit, in der die faire Behandlung von Arbeitskräften auf solchen Kreuzfahrtschiffen gewährleistet werden muss und in einer Zeit, in der Steuerflucht der Schiffseigner vermieden werden muss“, so Ritzek.

Nach wie vor ist der Ruß- und Schadstoffpartikelausstoß durch minderwertige Verwendung von Schweröl zu bemängeln. Auch in der Hafencity in Hamburg verursachen die Kreuzfahrtschiffe Schadstoffablagerungen auf den Fensterbänken der neuen Häuser. Das gilt für alle Hafenstädte, in denen Kreuzfahrtschiffe anlegen und die Dieselmotoren nicht abstellen. „Auch wenn in langsamen Schritten emissionsmindernde Techniken bei Kreuzfahrtschiffen Einzug finden, die Schiffe verpesten Luft und Ozeane“, so in einem Spiegelbericht nachzulesen.

Und in Hamburg gibt es nur eine Landstromanlage, die nur von einem Schiff genutzt wird. Kaum einem Passagier interessiert die Bezahlung der vielen Servicekräfte an Bord. Nicht nur, dass die sogenannten „Housekeeper“, also die Reinigungskräfte, in Mehrbettkajüten ohne Fenster wohnen und diese außerhalb ihrer Arbeitszeit sich auch nicht im Passagierbereich aufhalten dürfen, auch die Bezahlung ist minimal, und das für 10 Stunden pro Tag, an sieben Tagen in der Woche, für neuen Monate gemäß Vertragslaufzeit.

Die Kreuzfahrtschiffe fahren unter den Flaggen z.B. von Malte, Liberia, Panama. „Sie unterliegen damit nicht der deutschen Gesetzgebung und deshalb sind Lohnzahlungen pro Stunde von einem Drittel des deutschen Mindestlohnes keine Seltenheit“, so Manfred Ritzek. Auch Einkommens-, Mehrwert- und Gewerbesteuer brauchen diese unter fremder Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffe nicht zu zahlen.

„Bei allem Genuss auf Kreuzfahrtschiffen, die Passagiere sollten auch mal über die negativen Effekte dieser sich enthemmenden Kreuzfahrtentwicklung nachdenken, die Kapitäne mal darauf ansprechen und auch mal auf die nächste Kreuzfahrt verzichten“, so Ritzek abschließend.

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