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Norderstedt | EUROPA

Cruise Days – „Wohlfühlen ohne Tiefgang“

Norderstedt (em) Es wird ein maritimes Kreuzfahrtfest, wenn von Freitag, 13. September bis Sonntag, 15. September insgesamt zwölf Kreuzfahrtschiffe – eingetaucht in blaues Scheinwerferlicht – 500.000 Gäste erfreuen.

„Allen sei die Freude an dem Wochenende gegönnt“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek. „Solche Wochenenden dürfen allerdings nicht zu oft wiederkehren. Denn bei allem Genuss der Kreuzfahrt und dieser vielen Schiffe im Block, sind auch kritische Betrachtungen notwendig. Und vielleicht kann man ja einige der Gäste für solchen Überlegungen gewinnen.“

Ritzek meint: „Etwas Tiefgang, etwas Nachdenken bei Passagieren und bei Besuchern des Cruise Days Festes über die Hintergründe einer Kreuzfahrt wäre dringend notwendig, heute in einer Zeit, in der jeder seinen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten muss, in einer Zeit, in der die faire Behandlung von Arbeitskräften auf solchen Kreuzfahrtschiffen gewährleistet werden muss und in einer Zeit, in der Steuerflucht der Schiffseigner vermieden werden muss.“

Nach wie vor ist der viel zu hohe Ruß- und Schadstoffpartikelausstoß in Häfen zu kritisieren, noch verstärkt durch die minderwertige Verwendung von Schweröl auf hoher See. Alleine die zwölf Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen stoßen an den drei Tagen laut NABU (Naturschutzbund Deutschland) so viel Stickoxide und Feinstaub aus wie zwölf Millionen PKW. „Da machen sich die Bemühungen zur Reduzierung von Schadstoffemissionen z.B. in Norderstedt doch sehr bescheiden aus“, betont Ritzek.

„Auch wenn in langsamen Schritten emissionsmindernde Techniken bei Kreuzfahrtschiffen Einzug finden, die Schiffe verpesten Luft und Ozeane“, zitiert Ritzek einen Bericht aus dem Spiegel. „Einige der Reedereien der zwölf Kreuzfahrtschiffe haben ihren Sitz in Hamburg. Es fahren dennoch die meisten Schiffe unter Billigflaggen von z.B. Malta, Liberia, Panama mit allen negativen Auswirkungen für die Arbeitszeit, für die Bezahlung und für die Unterbringung der vielen Servicekräfte an Bord. Sie unterliegen damit nicht der deutschen Gesetzgebung und deshalb sind Lohnzahlungen pro Stunde von einem Drittel des deutschen Mindestlohnes keine Seltenheit.“

Auch Einkommens-, Mehrwert- und Gewerbesteuer brauchen diese unter fremder Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffe nicht zu zahlen. „Vorbildlich wäre es, wenn die Reedereien zusätzlich zu den verschiedenen Themeninseln an den Cruise Days auch eine Insel zum Thema Problemlösungen in der Kreuzfahrt anbieten. Bei allem gegönnten Genuss für die Cruise Days: die Besucher würden sicherlich auch dieses Informationsangebot als Bereicherung annehmen“, so Ritzek abschließend.

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