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Norderstedt | EUROPA

Nobelpreis für Lithium-Batterie – Probleme ansprechen

Norderstedt (em) Den Erfindern der Lithium-Ionen-Batterie aus Amerika, Großbritannien und Japan kann man uneingeschränkt zum Nobelpreis für Chemie gratulieren.

„Es ist aber auch zwingend notwendig, bei der Verleihung des Preises in Schweden in der Laudatio auf die große Problematik bei der Gewinnung der wertvollen Rohstoffe für die Herstellung der Batterien, nämlich von Lithium und Kobalt, hinzuweisen“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek.

„Die Probleme zur Herstellung der Antrieb-Akkus darf niemand blind vor Begeisterung machen. Alleine die Förderung der wertvollen Rohstoffe für die Batterien macht große Sorgen. Das sogenannte Lithiumdreieck an der Landesgrenze zwischen Chile, Bolivien und Argentinien wird bereits heute ohne Beachtung von Umweltstandards ausgebeutet. Beim Abbau von Lithium werden Chemikalien verwendet, die äußerst aggressiv sind und Landwirtschaft und Tiere brutal beeinflussen mit der Konsequenz, dass den dort lebenden indigenen Völkern die Lebensgrundlage genommen wird.“

„Die Lithium abbauenden Unternehmen zerstören sehenden Auges die natürlichen Barrieren zwischen Salz- und Süßwasser und kontaminieren das Wasser, das Mensch und Tier in diesen Gebieten brauchen. Denn mit der Förderung kamen die großen Maschinen, die die gesamte Landschaft umgraben, Tiere vertreiben und die Wasserstellen in den Gebirgshöhen zum Versiegen bringen.“

„Ein weiterer wichtiger Rohstoff für die Lithium-Ionen-Akkus ist der seltenen Rohstoff Kobalt. Schlimm ist besonders, unter welchen menschenverachtenden Bedingungen heute Kobalt in Afrika durch Kinderarbeit gewonnen wird. Wenn z.B. Autokonzerne, E-Scooter-Hersteller, aber jetzt auch die Kreuzfahr-Reedereien, die auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern auf einem Schiff für maximal 60 Minuten den Akku-Einsatz planen, von diesen Batterien träumen, muss man von den Konzernen auch fordern, dass diese Umwelt-, Klimaschutz- und menschenwürdige Arbeitsschutzstandards bei der Gewinnung der Rohstoffe in fernen Ländern einfordern“, so Ritzek.

Es wäre unverantwortlich, wenn in Deutschland und in der westlichen Welt durch die modernen Akkus eine Reduzierung der Emissionen schaffen, ganze Weltteile, besonders aber in Entwicklungsländern, umfassend in den Ruin treiben.

„Diese Zeiten müssen endlich vorbei sein, in denen wir uns auf Kosten anderer Entwicklungsländer unsere Wohlstandsvorteile verschaffen. Höchste Intelligenz und verantwortliches Handeln sind gefordert, in dieser Problematik einen Einklang zu finden. Dafür kann man auch einen Nobelpreis vergeben. Es ist zu hoffen, dass bei der Nobelpreisverleihung diese Problematik auch erwähnt wird“, so Ritzek abschließend.

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