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Norderstedt | EUROPA

„Medaillen-Seiten der E-Autos fordern zum Handeln auf“

Norderstedt (em) „Es ist politisch und auch wirtschaftlich unverantwortlich, nur die großen, zukünftigen Produktionszahlen von E-Autos mit den positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz in den Mittelpunkt aller Reden zu jedem Anlass zu stellen“, so der ehemalige Landtagabgeordnete Manfred Ritzek.

Die positive Seite der Medaille sind die geplanten hohen Investitionen für neue E-Auto-Technik und damit entstehende neue Arbeitsplätze, von VW z.B. mit Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Euro in den nächsten fünf Jahren mit der Auslieferung von 26 Millionen Elektroautos bis zum Jahr 2029 aus verschiedenen nationalen und internationale Werken. Und Tesla plant ein neues E-Autowerk in Brandenburg für etwa fünf Milliarden Euro, für bis zu etwa 10.000 Mitarbeiter im Endstadium.

„Auch die hohe Kompetenz, die mit dieser E-Auto-Dynamik in Vergleich zu anderen Ländern entwickelt werden kann, ist für unsere Autoindustrie unbestritten eine fantastische Entwicklung, die gerne von Politikern und Wirtschaftsbossen in deren Reden erwähnt wird. Von der anderen Medaillenseite der E-Autos, die auch Probleme herausstellt, erfährt man kaum etwas“, so Ritzek.

Da ist die Befürchtung, dass mit diesen massiven Investitionen für die Akku-Autos durch einige Autokonzerne eine Wasserstoff-Verhinderungsstrategie gefahren wird, so nachzulesen in einer Cicero-Zeitschrift. Die ganze AKKU-Aufladung könne nur dann klimaschutzorientiert erfolgreich sein, wenn der Aufladestrom durch grüne Energie erfolgt, also insbesondere der Strom aus Windenergie gespeichert werden kann.

„Davon sind wir noch weit entfernt. So deckten im zweiten Quartal 2019 erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Biogas nur 46 % des Strombedarfs“, erklärt Ritzek. Auch müsse die große Gefahr von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie erwähnt werden, die trotz neuer Arbeitsplätze durch neuen Anlagen in die Tausende gehen wird.

Ritzek appelliert: „Insbesondere aber ist auf die Zerstörung ganzer Landschaften in den Fördergebieten des Rohstoffs Lithium mit der Vernichtung der Wasserreservate und dem Vertreiben der dort ansässigen indigenen Völker hinzuweisen wie auch auf die menschenunwürdige Kobalt-Förderung in Afrika. Wir können doch nicht verantworten, hier vom besseren Klimaschutz zu sprechen, ohne Rücksicht zu nehmen auf andere Menschen in fernen Ländern, die im Vorfeld der Produktion betroffen sind.“

E-Autos können sehr positiv für den Klimaschutz sein. „Aber die Entwicklung und die Reden dürfen sich nicht nur auf Investitions- und Produktionszahlen beschränken, diese Neue Zeit muss kritischer und umfassender kommentiert werden von der Rohstoffgewinnung bis zur Produktion, bis zum Recycling“, so Ritzek abschließend.

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