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Norderstedt | EUROPA

Zahlen über Elektroautos verunsichern Kunden

Norderstedt (em) „Eine Millionen Ladepunkte für zehn Millionen E-Fahrzeuge will die Bundesregierung bis zum Jahre 2030 mit Milliardenbeträgen fördern. Welch ein Irrsinn“, kritisiert der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek.

„Heute haben wir in Deutschland etwa 21.000 Ladesäulen für etwa 200.000 Elektro-Fahrzeuge bei einer Gesamtproduktion von 5.1 Millionen Fahrzeugen in 2018. Vielleicht war VW ja der Vorreiter für diese Regierungs-Zahlen“, so Ritzek.

Dieser Autokonzern will seine Strategie voll auf E-Autos umstellen, begonnen mit der Werkseröffnung in Wismar und einer geplanten Jahresproduktion von 330.000 Fahrzeugen. Bis Ende 2030 sollen es 20 Millionen Fahrzeuge sein, im Jahre 2040 sollen die VW-Benzin- und Dieselfahrzeugen auslaufen. Andere Autokonzerne seien da, laut Ritzek, strategisch flexibler. Sie setzen durchaus auch auf die Entwicklung von Wasserstoff getriebenen Fahrzeugen.

„Sehr zu begrüßen ist es, dass der Bundes-Wirtschaftsminister in dieser aktuellen Situation der Elektroautoeuphorie Deutschland zur weltweit führenden Nation bei der Entwicklung und Anwendung von Wasserstoffantrieb machen will. Und auch die Regierung von Schleswig-Holstein hat sich zum Ziel gesetzt, das führende Bundesland bei der Wasserstoffentwicklung zu werden“, erklärt Ritzek.

Die Hansestadt Lübeck startet bereits mit einem Projekt zur Erzeugung von Wasserstoff, geeignet für den Antrieb von ca. 170.000 Fahrzeugen. Diese flexible Strategie sei sehr zu begrüßen. Auch Benzin-und Dieselfahrzeuge mit optimierten Motoren würden eine Zukunft haben, sowohl für das Inland wie insbesondere auch für Exporte. „Lange nicht alle Länder können Ladesäulen mit solchen Investitionssummen aufstellen. Und nicht immer findet man einen schlafenden Elch am Waldesrand, um sich zu wärmen, wenn der AKKU auf einsamer Tour z.B. in Schweden oder Norwegen leer ist“, so Ritzek.

„Unverantwortlich ist es, kein Wort bei diesen astronomischen Elektroautozahlen über die Zerstörung riesiger Kulturlandschaften bei der Lithium- uns Kobaltgewinnung zu verlieren, kein Wort über die Vernichtung von Wasserreservaten und die menschlichen Tragödien der indigenen Völker z.B. in Südamerika, kein Wort über das Recycling der Lithium-Batterien. Auch wird kaum etwas gesagt über die Verwerfungen im Arbeitsmarkt, wenn durch die radikale Umstellung auf E-Autos hunderttausende Arbeitsplätze von den etwa 1.8 Millionen direkt und indirekt in der Autoindustrie Beschäftigten verloren gehen, gerade auch in ländlichen Regionen bei mittelständischen Unternehmen. Viele Firmen fallen einfach weg, denn ein Elektroauto braucht nur etwa 200 Teile, ein Diesel- oder Benzinnauto etwa 1.200 bis 1.400 Teile.“

Ritzek betont abschließend: „Und Elektroautos sind nur sinnvoll für die Umwelt und für den Klimaschutz, wenn etwa 80 % des Stromes für Akkus und Batterien aus regenerativen Quellen kommt. Bis heute macht dieser Grüne Strom nur etwa 35 Prozent der Energiebilanz aus „Pure, fantastisch klingende Zahlen über die Anzahl der Elektroautos und der Ladesäulen reichen nicht aus, um der Verantwortung der E-Autoentwicklung gerecht zu werden. Das Thema ist sehr vielschichtig und erfordert höchste politische und industrielle Verantwortung.“

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