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Norderstedt | EUROPA

Aufgabe 2020: Autoantriebe differenziert betrachten

Norderstedt (em) „Das Elektroauto hat eine hohe Bedeutung für den Klimaschutz. Jedoch werden auch Wasserstoffantriebe und der klassische, moderne Verbrennungsmotor zukünftig eine große Rolle spielen müssen“, so der ehemalige Landtagsabgeordnete Manfred Ritzek.

Wenn Mercedes das neue vollelektrische Modell „EQC“ mit Beginn des Verkaufs im November 2019 nicht einmal 20 Mal in dem Monat verkauft hat, so liegt das sicherlich auch an dem hohen Preis von ca. 71 Tausend Euro Grundpreis, aber auch an der geringen Kilometerleistung des Akkus , besonders bei vollbeladenem Auto, bei höherer Geschwindigkeit und bei Stausituationen. Und wenn die AKKUS nur etwa eine Lebenszeit von fünf bis zehn Jahren haben, je nach Ladehäufigkeit, so sind auch die bei Ersatz zu zahlenden rund 7.000 Euro für einen neuen AKKU viel Geld. Ein neuer Akku für einen Smart kostet z.B. heute noch über 3.000 Euro.

Und VW plant bereits bis 2023 die Produktion und den Verkauf von einer Millionen E-Autos, zwei Jahre früher als ursprünglich vorgesehen. Ob Volkswagen stolz auf diese große Zahl der geplanten E-Autos sein kann, wird die Zukunft zeigen. In China jedenfalls bricht der Verkauf von Elektroautos bereits massiv ein, so nachzulesen in einem Artikel in der neuesten Zeitschrift „Die Zeit“. Man hat gar nicht so viel Ökostrom. China baut weiter Kohlekraftwerke mit wesentlich schlechterer Technik als die in Deutschland noch laufenden Kraftwerke haben. Für jedes Kraftwerk, das wir hier abschalten, gehen drei neue in China in Betrieb. Und Strom aus Kohlekraftwerken ist auch in China nicht die Lösung für Elektroautos. Das wäre auch nicht die Lösung für Deutschland, wenn wir hier nach endgültiger Abschaltung aller Kohle- und Kernkraftwerke Strom aus den Kohlekraftwerken von Polen importieren oder Atomstrom aus Frankreich.

„Bei allem Respekt über die Zahl der E-Autos, nichts wird in den Pressemitteilungen der Autokonzerne gesagt über die Problemlösung bei der Gewinnung der Rohstoffe Lithium und Kobalt für die AKKU-Produktion“, so Ritzek. Nur wenn die Autokonzerne auch garantieren, dass diese Konzerne bei der Rohstoffförderung für AKKUS wie Lithium in Chile, Argentinien und Bolivien und Kobalt im Kongo die Fördergesellschaften dieser Rohstoffe nachweisbar verpflichten, die Lebensgrundlage der dort lebenden indigenen Völker nicht zu vernichten und die Wasserreservate und die Tierwelt dort nicht zu zerstören und wenn bei der Kobaltgewinnung im Kongo sichergestellt wird, dass bei der teilweise primitiven Gewinnung von Kobalt mitarbeitende Kinder nicht schwer verletzt werden, kann der Käufer eines E-Autos zufrieden sein. „Jedenfalls ist es unverantwortlich, auch unverantwortlich von Politikern, mit E-Autos hier über Klimaschutz zu jubeln bei gleichzeitiger Vernichtung zu vieler Lebensgrundlagen in fernen Ländern“, so Ritzek abschließend.

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