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Norderstedt | FREIE WÄHLER

Förderquote von 50 % für subventionierten Wohnungsbau

Norderstedt (em) Vier Fraktionen der Norderstedter Stadtvertretung (CDU, SPD, Grüne und Linke) wollen für alle Neubauvorhaben in Zukunft eine Förderquote von 50 Prozent für den öffentlich geförderten, also subventionierten, Wohnungsbau einführen. Sie sind der Meinung, so die Wohnungsprobleme in Norderstedt lösen zu können.

„Der Grundgedanke ist nett gemeint, aber das ist auch schon alles, was man an diesem Vorgehen positiv sehen kann! viele Bürgerinnen und Bürger suchen händeringend nach bezahlbarem Wohnraum in unserer Stadt. Das ist die eine Seite der Medaille – die andere Seite, die die vier Fraktionen bewusst oder unbewusst verschweigen, zeigt, dass bei einer solchen Förderquote natürlich sofort die Mietpreise für die verbleibenden 50 Prozent im frei finanzierten Wohnungsbau steigen würden“, so der Stadtvertreter der FREIEN WÄHLER.

Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen geht davon aus, dass in Norderstedt dann mindestens 14 Euro pro Quadratmeter (Netto/Kalt) erreichen werden. Und die kleineren Wohnungen, von denen es zu wenig gibt und die gerade bei jungen Menschen und Senioren gefragt sind, werden sich dann vermutlich bei 17 Euro bis 18 Euro (Netto/Kalt) einpendeln.

„Diese Entwicklung würde den so genannten „Sylt-Effekt“ deutlich verschärfen und kann dazu führen, dass sich viele Bewohner das Wohnen in Norderstedt gar nicht mehr leisten können. Außerdem kommt hinzu, dass die bereits in Planung befindlichen Bauvorhaben von derzeit gut 4.500 Wohneinheiten noch nicht nach dieser hohen Förderquote gebaut werden. Ferner kommt hinzu, dass in Norderstedt kaum noch Grundstücke für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen. Wenn die Forderung der vier Fraktionen zum Bau von 6.000 Sozialwohnungen umgesetzt werden soll, was nach der 50-Prozent-Quote bedeutet, dass insgesamt 12.000 Wohnungen gebaut werden müssten, dann sollen sie auch bitte sagen wo diese entstehen sollen“, fordert der Stadtvertreter der FREIEN WÄHLER.

Die FREIEN WÄHLER positionieren sich klar: „Des Weiteren wird in dem gemeinsamen Antrag der vier Fraktionen unter Punkt c) doch sehr stark zur „Ghetto-Bildung“ angeregt. Durch die angedachte Teilung der Bauvorhaben, wenn ein Bauträger mehrere Projekte umsetzten will, führt dies unseres Erachtens zwangsläufig dazu, dass die geförderten und frei finanzierten Wohnungen strikt getrennt werden. So etwas treibt die Spaltung unserer Gesellschaft weiter voran. Vielleicht haben die vier Fraktionen darüber gar nicht nachgedacht, obwohl dies zwingend notwendig ist, bevor solche Dinge in die Welt gesetzt werden und den Bürgern Hoffnung gemacht wird. Da schließen wir uns dem Kommentar des Vorsitzenden des Verbandes Norddeutscher Wohnungsunternehmen, Herrn Breitner an, der dies als blanken Populismus und kontraproduktiv einstuft!“

Zudem könne die Konzentration auf einen Teilaspekt niemals das Gesamtproblem lösen. Es sei gegenüber den Bürgern unverantwortlich, eine einfache Lösung für ein so komplexes Thema vorzugaukeln. Die FREIEN WÄHLER erklären: „Es bedarf der Betrachtung der Gesamtsituation und aller Zusammenhänge. Fakt ist, öffentlich geförderter Wohnungsbau ist immer nur eine Lösung auf Zeit und damit eine Verschiebung des Problems in die Zukunft. Wenn die Förderungen auslaufen (1. Förderweg nach 35 Jahren, 2. Förderweg nach 20 Jahren) gilt für diese Wohnungen die marktübliche Miete. Diese würde sich dann bei dem 50-Prozent-Modell fleißig und stetig erhöhen. Es wird also eine ordentliche Preissteigerungsrate im Mietwohnungsbau in Gang gesetzt.“

„Da das Wohnraumproblem nicht einseitig angegangen werden sollte, benötigen wir natürlich auch weiterhin frei finanzierten Wohnungsbau, aber auch Neubau von Reihen-Doppel und Einfamilienhäusern. Ebenso Eigentumswohnungen, Wohnungen für junge Menschen, junge Familien und Berufsanfänger und natürlich Wohnungen für unsere Senioren“, erläutert der Stadtvertreter der FREIEN WÄHLER.

Was bei einer geförderten, also subventionierten Miete auch von den vier Fraktionen vergessen wurde: Die Mieter einer solchen Wohnung können nach Ablauf der Förderung und mit dem Eintritt ins Rentenalter mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit in die Altersarmut stürzen. „Wie immer im Leben, kann ein Problem nur dadurch gelöst werden, wenn die Ursache herausgefunden und verändert wird. Die Ursache für die hohen Mietpreise ist der enorme Ansturm von außerhalb auf unsere Stadt. Den größten Anteil bildet dabei Hamburg und hält somit den Druck auf den Kessel hoch! Diesen Druck müssen wir nun rausnehmen. Und dazu braucht es einer Ausdehnung in der Fläche und somit eines Konzeptes mit dem Umland! Damit können wir dann alle Wohnungssuchenden in der Region auf eine deutlich größere Fläche verteilen. Beachten müssen wir dabei, dass wir gemeinsam die Bedingungen vor Ort – wie Infrastruktur, ÖPNV, Kita-Plätze, Grundschulen, Ärzte, Arbeitsplätze vor Ort und kulturelle Angebote – deutlich verbessern sollten“, so das Statement der FREIEN WÄHLER.

Selbst unser ehemaliger Oberbürgermeister und jetziger Innenminister, Hans-Joachim Grote, sieht das mittlerweile genauso: „Wir dürfen nicht mehr nur in Städten denken, sondern in Regionen“.

Dies sei ein langwieriger Prozess, der nicht von heute auf morgen möglich ist. Aber es müsse laut den FREIEN WÄHLERN jetzt damit angefangen werden, neue Konzepte mit dem Umland zu entwickeln. „Es wird weiterhin in Norderstedt gebaut werden müssen, aber ehrlicher Weise sollten wir unseren Einwohnern auch sagen, dass wir dauerhaft diesen Ansturm von außen gar nicht meistern können. Von daher setzten wir uns weiter dafür ein, dass wir eine durchdachte Lösung gestalten, die uns allen dauerhaft, langfristig und nachhaltig hilft. Unausgereifte und populistische Schnellschüsse sind daher unangebracht“, verspricht der Stadtvertreter der FREIEN WÄHLER.

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