Norderstedt
(em/mp) Bei 35° im Schatten ist jede Abkühlung willkommen. Ventilatoren
und Planschbecken sind ausverkauft. Bettdecken werden unter dem Bett
verstaut. Eisdielen und Getränkemärkte haben Hochkonjunktur und die
Kinder springen den ganzen Tag lang durch den Rasensprenger.
Die Wasserleitungen sind immer dieselben. Im Winter dürfen sie nicht
einfrieren, im Sommer müssen sie Schwerstarbeit leisten. Aber was
passiert eigentlich wirklich, wenn eine ganze Stadt auf Sommerbetrieb
umstellt? Dazu haben die Stadtwerke Norderstedt Interessantes,
Wissenswertes und Kurioses zusammengestellt. „Zunächst wollen wir Ihnen
eine Vorstellung davon geben, welche ungeheure Menge Wasser jährlich von
den Wasserversorgern abgegeben wird, nämlich 4.544.000.000.000 Liter“,
so Oliver Weiß von den Stadtwerken Norderstedt. „Diese Menge reicht aus,
um ganz Deutschland knapp 13 Meter hoch zu fluten. Im Durchschnitt
verbraucht jeder Deutsche so ca. 122 Liter am Tag.“
Eiszeitliche Rinne versorgt Norderstedt mit Trinkwasser
Die Stadtwerke Norderstedt fördern ihr Trinkwasser in drei Wasserwerken
(Garstedt, Harksheide und Friedrichsgabe), deren Brunnen eine Tiefe von
bis zu 200 Meter haben. In dieser Tiefe stoßen diese auf eine
eiszeitliche Rinne (Schnelsener Rinne), deren Wasser seit mehreren
10.000 Jahren dort keimfrei eingeschlossen ist. Während die Fördermenge
in den Wintermonaten bei ca. 600.000 Liter/Stunde liegt, ist sie in den
letzten Wochen zwischen 20 und 21 Uhr auf ca. 1.400.000 Liter/Stunde
gestiegen - und das, obwohl während der Sommerferien viele nicht zu
Hause sind. In der Halbzeitpause des Spiels der deutschen
Nationalmannschaft um Platz 3 gegen Uruguay im Juli waren es sogar ca.
1.500.000 Liter/Stunde.
Kühle Erfrischung direkt aus dem eigenen Wasserhahn
Mittels moderner Filterverfahren wird aus dem eiszeitlichen Wasser
frisches Trinkwasser und damit das bundesweit am strengsten
kontrollierte Lebensmittel. Mit erfrischenden 8° Celsius erreicht es
über das 316 Kilometer lange Leitungsnetz der Stadtwerke die Haushalte.
Statt in sengender Hitze Getränkekisten nach Hause zu schleppen und die
Flaschen in den Kühlschrank zu stellen, könnten Sie also auch einfach
öfter mal den Wasserhahn aufdrehen. Etwa 5 Liter Wasser pro Kopf werden
täglich für die Bewässerung des Gartens verwendet. Das klingt zunächst
nicht nach sehr viel. Unter Berücksichtigung, dass nicht jeder einen
Garten hat und den sehr hohen Temperaturen der letzten Wochen kommen so
schnell einige hundert Liter pro Tag und Garten zusammen. Insbesondere
das Sprengen des Rasens verbraucht sehr viel Wasser, zumal nur ca. 25
bis 35% des Wassers die Wurzeln erreichen. Mähen Sie den Rasen im Sommer
lieber seltener, dann bleibt er auch bei sonnigem Wetter länger grün.
Trockener, gelber Rasen erholt sich außerdem sehr schnell. Solange das
Gras sich nach dem Betreten wieder aufrichtet, hat es noch ausreichend
Wasser. Nur in wochenlangen, heißen Trockenzeiten ist eine Bewässerung
des Rasens erforderlich.
Wenn das Planschbecken der Kinder voller Sand und Rasenschnippsel ist,
können Sie damit immer noch prima die Beete wässern. Ein einfaches
Planschbecken von 2 Meter Durchmesser und 30 Zentimeter Wasserhöhe fasst
942 Liter - also fast 100 Gießkannen!