Was wird aus dem Grundstück am Friedrichsgaber Weg?
Die Kanzlei
Was wird aus dem Grundstück am Friedrichsgaber Weg?
Norderstedt (rj) Wenn eine Kommune erst Grundstücke kauft und dann die Planungen verändert, wird es für den Steuerzahler meist teuer. So geschehen mit dem Grundstück Friedrichsgaber Weg/Stettiner Straße.

Die unfallträchtige Kreuzung sollte sicherer gemacht werden. Dafür benötigte man einen schmalen Streifen von drei Einfamilienhaus-Grundstücken. Die Eigentümer wollten jedoch keine Teilflächen veräußern. Also erwarb die Stadt gleich alle drei Grundstücke samt der Häuser zum Gesamtpreis von 850.000 Euro. Dann wurde entschieden, statt eines Kreisverkehrs eine Ampelkreuzung zu errichten. Dafür brauchte man jedoch noch weniger Flächen.

In der Stadtvertretung wurde nun festgelegt, die neu erworbenen Gebäude für soziale Einrichtungen bereitzustellen. Anwohnerproteste und veränderte Mehrheiten führten jedoch dann zu einer Umkehr des Beschlusses. Nun wurden alle drei Häuser unverzüglich abgerissen. Hierfür fielen noch einmal 32.000 Euro an. Insgesamt also fast 900.000 Euro für eine ungenutzte Fläche.

Was soll mit dem Grundstück passieren? Wir fagten bei den Parteien nach und freuen uns auch über Ihre Meinung, liebe Leser.


CDU: Mehr Energie für Klimaschutz
Kann es in einer solchen verfahrenen Situation einen politisch ge-meinsam getragenen Ausweg ge-ben, zum Wohle unserer Stadt, unserer Eigenständigkeit und unseres Klimas? Ja! Der aktive Klimaschutz gebietet den eigenständigen Ausbau der Strom- und Wärmeversorgung. Hierzu haben die bisher in Norderstedt erstellten Blockheizkraftwerke einen so wesentlichen Beitrag geleistet, dass diese Erfolgsgeschichte vorrangig weitergeführt werden soll. Hierzu könnte das Grundstück Friedrichsgaber Weg/Stettiner Straße ge-nutzt werden: Es liegt im Außenbereich und ist im städtischen Besitz. Im Flächennutzungsplan als Gemeinbedarfsfläche ausgewiesen, könnte es schnell zur Verfügung gestellt werden. Die Nähe zum Bereich Garstedter Dreieck/Herold-Center wäre gut geeignet, das bestehende Netz um Norderstedt-Mitte zu ergänzen. Unser Fraktionsbeschluss lautet, das Grundstück Friedrichsgaber Weg/Stettiner Straße als Standort für ein mögliches Blockheizkraftwerk prüfen zu lassen und dieses dann, wenn möglich, dort zu bebauen.


SPD: Ab jetzt zählt das Gemeinwohl
Das plumpe Verhalten von CDU und FDP, das zum Abriss der Häuser geführt hat, ist und bleibt ein Skandal.

Diese Verschwendung von Steuergeld, um einer kleinen Gruppe von Anwohnern zu gefallen, empfinde ich als abstoßend. Aus unserer Sicht ist es jetzt wichtig, dass dieses Grundstück dem Gemeinwohl, das heißt allen Bürgern unserer Stadt nutzt. Die Forderung nach einem Straßenkreisel ist ohne Grundlage – das haben die Aussagen der Verkehrsplaner und der Polizei klar gezeigt. Und auch wir bleiben dabei.

Wir blicken ab jetzt nach vorne und halten die Planungen der Stadtwerke für den Bau eines Blockheizkraftwerkes an dieser Stelle für eine interessante Variante. Hier könnte endlich das Gemeinwohl über egoistische Einzelinteressen gesetzt werden und einen Teil des entstandenen Schadens ausgleichen.


GALiN: Baumbestand erhalten
Der Ankauf dreier Grundstücke mit der darauf befindlichen Wohnbebauung für eine Verkehrslenkungsmaßnahme für rund 850.000 Euro ließ sich seinerzeit nur begründen, weil von Anfang an klar war, dass zwei der drei Wohnhäuser als soziokulturelle Treffpunkte genutzt werden sollten. Dies verhinderten CDU und FDP auf Betreiben einer Bürgerinitiative. Da es sich um den Außenbereich der Stadt, die Garstedter Feldmark, handelt, hatten die Wohnhäuser zwar Bestandschutz, eine erneute Bebauung ist nach derzeitiger Rechtslage jedoch nicht möglich. Der Versuch der CDU, hier ein Blockheizkraftwerk, angeblich für das Garstedter Dreieck zu bauen, lehnen wir ab. Die tatsächliche Intention der Christdemokraten ist allzu durchsichtig: Auf diese Weise soll versucht werden, die Bebauung der Garstedter Feldmark mit Autobahnzubringer, Dorfumgehung und Gewerbe anzuschieben. Auf den Grundstücken finden sich wertvoller Großbaumbestand und Knicks. Wir wollen die Grundstücke als Ausgleichsflächen für eine Baumaßnahme in Garstedt festsetzen.


FDP: Kreisel muss möglich bleiben
Das Grundstück am Friedrichsgaber Weg, Kreuzung Stettiner Straße, wurde durch die Stadt erworben, um die Verkehrsprobleme dieses Bereiches zu lösen. Verkehrsplaner haben nun Möglichkeiten aufgezeigt, den Verkehr auf dem Friedrichsgaber Weg besser fließen zu lassen. Wir brauchen keine Ortsumgehung Garstedt oder gar den Autobahnanschluss Schnelsen-Nord-Nord mehr. Beide Projekte hat die FDP stets abgelehnt. Überall in Norderstedt werden Kreisel zur Verkehrsverbesserung eingesetzt. Wir meinen, dass ein Kreisel auf diesem Grundstück nicht nur den Verkehr auf dem Friedrichsgaber Weg beschleunigt, sondern gleichzeitig die Anbindung des Herold-Centers erleichtert und die Verlängerung der Berliner Allee nach Norden zu einer reinen Er-schließung des Garstedter Dreiecks werden lässt. Gleichzeitig sinkt die Lärmbelästigung für die Anlieger. Sobald die Stadt über die notwendigen Mittel verfügt, spätes-tens aber mit dem Baubeginn im Garstedter Dreieck, wird die FDP hier erneut einen Kreisverkehr fordern.


Die Linke: Geld sinnvoller ausgeben
Aus unserer Sicht gibt es keine Notwendigkeit, das Millionenloch von CDU und FDP durch unsinnigen Aktionismus weiter zu vergrößern, um eine Handvoll Anwohnern Ho-nig um den Bart zu schmieren. Wir haben ganz andere Probleme in dieser Stadt!

Auch Norderstedt wird 2013 den Rechtsanspruch hunderter Eltern auf einen Platz in Krippen und Kitas nicht erfüllen können. Das ist beschämend, war doch genügend Geld zur Bespaßung unserer Rentner da.

Auch die Schulen bedürfen nach wie vor einer grundlegenden Sanierung und Umgestaltung, damit sie ihre neuen Aufgaben als Regional- und Gemeinschaftsschulen ge-recht werden können.

Die Wiese kann gut Wiese bleiben, das nun verplante Geld könnte auch sinnvoller für einen Winterdienst auf unseren Radwegen eingesetzt werden. Es gibt genug zu tun, da dürfen sich die Norderstedter nicht mit solchen Nebelkerzen ablenken lassen.
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