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Norderstedt | Aktuell

Eisspeicher als Chance zur Energiewende nutzen

Norderstedt (em) Während der kalten Jahreszeit würde wohl niemand auf die Idee kommen, das eigene Haus mithilfe von Eis zu heizen. Was als Energiekonzept zunächst sonderbar klingen mag, kann tatsächlich einen messbaren Beitrag zur Energiewende im Wärmesektor leisten. Davon ist CDU-Stadtvertreter Patrick Pender überzeugt. Er möchte daher diese Schlüsseltechnologie für Norderstedt nutzen und hat deshalb ein ausführliches Schreiben im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr eingebracht.

Eisspeicher nutzen für Heizung und Warmwasser die Energie, die beim Gefrieren von Wasser frei wird, die sogenannte Kristallisationswärme. Ein Speicher mit 10 Kubikmetern Volumen kann damit die gleiche Energiemenge liefern, die bei der Verbrennung von 100 Litern Heizöl entsteht. Während das Heizöl jedoch vollständig verbraucht wird, kann das Wasser als Wärmespeichermedium beim Eisspeicher regenerativ und somit umweltneutral wiederverwendet werden. „Eisspeicher können dazu beitragen, die kommunale Wärmeversorgung zukunftsfähig aufzustellen und einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten“, so Pender.

Als Mitglied im Ausschuss für Städtebau und Umwelt des Städteverbandes Schleswig-Holstein weiß Pender von der Notwendigkeit, flexible Energieversorgungssysteme mit hohen Anteilen an erneuerbaren Energien in Kommunen zu schaffen. Während die Energiewende im Stromsektor in Schleswig-Holstein gut vorankommt, hinkt der Wärmebereich noch erheblich hinterher. Dabei entfällt mit 49% fast die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs auf den Wärmesektor. „Das politische Ziel muss es daher sein, hierzu praktikable Lösungen in den Ausschüssen darzulegen und die Energiewende zügig voranzubringen.“, so Pender.

In seinem Schreiben an die Verwaltung lässt er auch schon auf bestimmte Projekte schließen, bei denen er einen Einsatz von Eisspeicher erwägt. Neben größeren Neubauten der Stadt, wie bspw. das Bildungshaus, hat er vor allem die Schulgebäude in den Blick gefasst. So könnten Schulen die Eisspeicher zum Heizen im Winter nutzen und gleichzeitig im Sommer zur Kühlung verwenden. „Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass zwei verschiedene Aufgaben in einem Energiesystem erfüllt werden.“, hebt Pender hervor. Es wären Einsparungen von bis zu 50% im Heizbetrieb und bis zu 95% bei der Kühlung im Vergleich zu herkömmlichen Systemen möglich. Zudem sind Eisspeicher sehr wartungsarm. Der Beweis, dass sich energiepolitische Probleme durchaus lösen lassen, wenn man sie auf Eis legt, zeigt der neue Eisspeicher in Rendsburg. Dieser versorgt das Kreishaus und den „Uhrenblock" mit Heizenergie und reduziert im Jahr 170 Tonnen CO2. Das entspricht in etwa 27Autofahrten um die Welt.

Foto: ©Patrick Pender

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