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Norderstedt | Asklepios Klinik Nord

€ Wenn der Darm verrückt spielt

norderstedt Asklepios Klinik Nord
Norderstedt/Hamburg (em) Heftige Durchfälle, Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit – wer denkt bei diesen typischen Symptomen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen schon an einen jungen, attraktiven Superstar? Sängerin Anastacia erhielt die Diagnose Morbus Crohn im Alter von 13 Jahren. Die 18 cm lange Narbe, die damals nach einer OP zurückblieb, hat die Powerfrau aus den USA nie versteckt. Im Gegenteil: Die Krankheit habe ihre Kämpfernatur geweckt, die ihr nicht zuletzt 2003 half, den Brustkrebs zu besiegen.

In Deutschland leben rund 300.000 Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen treten meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf und verlaufen schubweise, d. h. akute Phasen wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab. Prof. Dr. Klaus Herrlinger, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in der Asklepios Klinik Nord - Heidberg, weiß um den hohen Leidensdruck der Patienten: „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen schränken die Lebensqualität dramatisch ein. Die Ursachen sind immer noch nicht vollständig erforscht, die Verläufe nicht vorhersehbar. Eine Therapie sollte deshalb immer in Absprache mit einem erfahrenen Spezialisten erfolgen.“

Ein normaler Alltag? Unmöglich.
In ihrem Beschwerdebild sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oft nur schwer zu unterscheiden. Bei der Colitis ulcerosa handelt es sich um eine Entzündung der oberflächlichen Schleimhautschichten, die sich vom Enddarm in den Dickdarm nach oben hin ausbreitet. Es entstehen entzündliche Geschwüre, in deren Folge es wiederum zu starken Durchfällen und kolikartigen Bauchschmerzen vor allem im linken Unterbauch kommt. In schweren Fällen müssen die Patienten bis zu 40 Mal am Tag die Toilette aufsuchen! Mit den Jahren entwickeln sie zudem ein erhöhtes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Bei Morbus Crohn dringt die Entzündung durch alle Schichten der Darmwand. Außerdem können sämtliche Abschnitte des Verdauungstraktes von der Mundhöhle bis zum Anus befallen sein. Die häufigste Lokalisation ist allerdings die Übergangsregion vom Dünndarm in den Dickdarm. Viele Patienten haben über längere Zeit nur geringe oder unspezifische Beschwerden, so dass oft Jahre vergehen, bis die Erkrankung erkannt wird. Hinweise sind über mehrere Wochen anhaltende Durchfälle, Schmerzen im rechten Unterbauch, Fieber, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Einige Patienten weisen auch Entzündungen der Gelenke, der Leber, der Haut oder an den Augen auf. Als mögliche Komplikationen können sich Engstellen (Stenosen), eitrige Abszesse und Fisteln bilden.

Darmspiegelung bringt Gewissheit
Am Anfang der Diagnose stehen die Erhebung der Krankengeschichte und eine gründliche körperliche Untersuchung. Eine Laboruntersuchung gibt Aufschluss über Entzündungsparameter im Blut. Mit Hilfe einer bakteriologischen Stuhluntersuchung kann der Arzt eine infektiöse Darmerkrankung ausschließen. „Am besten nachweisen lassen sich Morbus Crohn und Colitis ulcerosa aber durch eine Darmspiegelung“, erklärt Prof. Herrlinger. „Dabei entnehmen wir auch gleich kleine Proben für eine feingewebliche Untersuchung. Außerdem können wir mögliche Fisteln oder Stenosen erkennen.“ Veränderungen in den endoskopisch nicht einsehbaren Dünndarmteilen macht eine Kernspintomographie (MRT) sichtbar. Im weiteren Verlauf reicht häufig die Ultraschalluntersuchung des Darms zur Verlaufskontrolle.

Individueller Therapieansatz und Interdisziplinarität
„Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind komplexe Krankheitsbilder, bei denen es gilt, für jeden Patienten einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei der fächerübergreifende Dialog. Durch die enge Zusammenarbeit von Gastroenterologie und Chirurgie können wir in der Asklepios Klinik Nord - Heidberg diese Interdisziplinarität bieten. Ziel ist es, die beschwerdefreien Phasen zu verlängern, Komplikationen zu vermeiden und operative Eingriffe so lange wie möglich, aber nicht zu lange hinauszögern“, so Prof. Herrlinger. Die Therapie reicht von durchfallhemmenden und schmerzstillenden Medikamenten über Kortison und andere entzündungshemmende Medikamente bis hin zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Immunsuppressiva (Mittel, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken). Eine Operation zieht der Arzt erst in Erwägung, wenn die Erkrankung medikamentös nicht in den Griff zu bekommen ist, Komplikationen oder bei Colitis ulcerosa- Patienten Frühformen von Dickdarmkrebs auftreten. Bei Morbus Crohn-Patienten sind im Laufe des Lebens oft mehrere chirurgische Eingriffe notwendig, um Fisteln zu entfernen oder Abszesse zu drainieren. Stenosen können operiert und oft auch mit Hilfe der endoskopischen Ballondilatation aufgedehnt werden. Bei Colitis ulcerosa-Patienten wird im Falle einer OP stets der gesamte Dickdarm entfernt. In der Regel wird dann aus dem Dünndarm ein neuer Enddarm, der sogenannte „Pouch“, konstruiert. In der Asklepios Klinik Nord - Heidberg finden Operationen bei chronischentzündlichen Darmerkrankungen wenn immer möglich in schonender minimalinvasiver Technik („Schlüsselloch- Chirurgie“) statt.

Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstraße 400
22417 Hamburg

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Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstr. 400
22417 Hamburg
Tel.: 040 - 18 18-87 0
info.nord (at) asklepios.com
www.asklepios.com/nord
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