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Norderstedt | Asklepios Klinik Nord

€ Wer sich nicht schont, riskiert Herzmuskelentzündungen

norderstedt Asklepios Klinik Nord
Hamburg (em) „Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie“, heißt es im Volksmund über Erkältungen. Normalerweise sind das lästige Halskratzen, Husten, Schnupfen und Fieber auch tatsächlich nach ein bis zwei Wochen überstanden. Doch wer sich körperlich nicht schont, riskiert, dass eines seiner wichtigsten Organe Schaden nimmt.

„Sport und körperliche Anstrengung sind bei Erkältungen und Grippe tabu, sonst droht eine Herzmuskelentzündung“, erklärt Dr. Ralph-Uwe Mletzko, Chefarzt Kardiologie in der Asklepios Klinik Nord - Heidberg. „Innerhalb von wenigen Tagen kann sich eine ausgeprägte Herzschwäche entwickeln, die schlimmstenfalls zum plötzlichen Herztod führt. Meist verläuft eine Herzmuskelentzündung aber schleichend, so dass die Betroffenen erst nach Wochen oder Monaten merken, dass ihr Lebensmotor schlappmacht.“ Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann jeden treffen. Ursache ist in erster Linie eine Infektion des Herzmuskels durch Viren, die für Grippe, Erkältungen und Durchfallerkrankungen verantwortlich sind. Aber auch andere Viren (z. B. Masern- oder Herpes-Viren), Bakterien (z. B. die Erreger von Scharlach und Diphterie), Pilze und Parasiten können eine Myokarditis hervorrufen. Eher seltene Auslöser sind bestimmte Medikamente und Autoimmunreaktionen.

Unspezifische Symptome erschweren die Diagnose
Das Tückische an der Herzmuskelentzündung? Sie äußert sich durch Beschwerden, die oft nicht von denen einer Erkältung oder Grippe zu unterscheiden sind. Hinzu kommt, dass sie nicht bei allen Betroffenen gleich verläuft. Die Patienten klagen über Leistungsschwäche, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Fieber. Gelegentlich berichten sie außerdem über Herzstolpern, Herzrasen, Schmerzen im Brustkorb und geschwollene Beine. Bei einer fortgeschrittenen Myokarditis geraten sie schon bei geringsten körperlichen Anstrengungen in Atemnot. „Es ist wichtig, eine Herzmuskelentzündung so früh wie möglich zu erkennen, um sie erfolgreich behandeln und mögliche Komplikationen vermeiden zu können“, so Dr. Mletzko.

Besteht der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung, kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Eine Blutuntersuchung zeigt neben meist nur leicht erhöhten Entzündungswerten gelegentlich auch auffällige Werte bestimmter Herzenzyme. In manchen Fällen erbringt sie zudem den Nachweis über das auslösende Virus oder Bakterium. Weitere Hinweise liefern eine Röntgenaufnahme, ein Elektrokardiogramm (EKG), eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) sowie eine Kernspintomographie des Herzens. Bei schwierigen Verläufen ist es gegebenenfalls notwendig, mit Hilfe eines Herzkatheters eine Gewebeprobe aus dem Herzmuskel zu entnehmen und diese im Labor feingeweblich und immunhistochemisch untersuchen zu lassen. Damit können zum einen der Nachweis einer Myokarditis geführt und entsprechende Therapiemaßnahmen abge- Erkältungen auskurieren leitet, zum anderen andere Herzerkrankungen diagnostiziert werden. Die Myokardbiopsie sollte aufgrund der möglichen prozedurbezogenen Komplikationen nur an erfahrenen Herzzentren durchgeführt werden. Die Asklepios Klinik Nord - Heidberg kooperiert mit einem der renommiertesten Institute in Deutschland, dem Institut Kardiale Diagnostik und Therapie in Berlin.

Den Schongang einlegen
Bei einer Herzmuskelentzündung leistet der Patient selbst durch körperliche Schonung den wichtigsten Beitrag zur Genesung. Eine Medikation, die durch Blutdruck- und Herzfrequenzsenkung zur Entlastung des Herzens beiträgt, ist immer Teil der Therapie. Bei einer bakteriell bedingten Herzmuskelentzündung ist die Gabe von Antibiotika die Therapie der Wahl. Wurde die Erkrankung durch ein Virus ausgelöst, ist oft nur eine unspezifische Therapie durch sogenannte nicht-steroidale Antiphlogistika möglich. Nur bei bestimmten Formen der viralen Myokarditis finden spezifische Medikamente wie Interferon Anwendung. Liegt eine Autoimmunerkrankung zugrunde, ist eine immunsuppressive Therapie angezeigt.

Auch die möglichen Folgen einer Myokarditis, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche, sind medika- mentös behandelbar. „Das Ziel, die volle Pumpleistung des Herzens wieder zu erlangen, können wir in den meisten Fällen erreichen. Nur selten bleiben bei ungünstigen Verläufen dauerhafte Funktionseinschränkungen zurück“, erklärt Dr. Mletzko. Diese Patienten haben heute durch eine lebenslange medikamentöse Therapie und Herz-Kreislauf-Training eine sehr gute Prognose. Reicht der Einsatz von Medikamenten allein nicht aus, kann eine Resynchronisationstherapie durch biventrikuläre Schrittmacher- /Defibrillatorsysteme sinnvoll sein. Neben ihrer Funktion als Impulsgeber für ein zu langsames Herz (Herzschrittmacher) und als Bremser von lebensbedrohlich schnellen Herzrhythmusstörungen (Defibrillator) übernehmen sie zusätzlich die Synchronisierung der linken und rechten Herzkammer, deren Zusammenspiel bei einer Herzschwäche gestört ist. Die Betroffenen gewinnen durch den Eingriff viel an Leistungskraft und Lebensqualität zurück.

Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Kardiologie Chefarzt Dr. Ralph-Uwe Mletzko
Tel.: (040) 18 18 - 87 32 86
Tangstedter Landstr. 400
22417 Hamburg
www.asklepios.com/nord
Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstr. 400
22417 Hamburg
Tel.: 040 - 18 18-87 0
info.nord (at) asklepios.com
www.asklepios.com/nord
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