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Norderstedt | Asklepios Klinik

€ Wenn die Schilddrüse verrückt spielt

norderstedt Asklepios Klinik
Hamburg (em) Im Jodmangelgebiet Deutschland leidet etwa ein Drittel aller Bundesbürger an Funktionsstörungen der Schilddrüse. Die verschiedenen Erkrankungen machen sich unterschiedlich bemerkbar. Viele Betroffene merken nicht einmal, dass mit ihrer Schilddrüse etwas nicht stimmt. Glücklicherweise reicht in den meisten Fällen eine medikamentöse Behandlung aus, um den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Bei bestimmten krankhaften Veränderungen ist eine Operation allerdings unumgänglich. Um das Risiko für Stimmbandnerven, Nebenschilddrüsen und Gefäße dabei so gering wie möglich zu halten, setzen die Experten in der Asklepios Klinik Nord - Heidberg auf modernste Verfahren.

Die häufigste Schilddrüsenerkrankung ist hierzulande der Kropf (lateinisch Struma). Ursache ist meist ein Jodmangel. Die Schilddrüse benötigt Jod zur Hormonproduktion. Steht zu wenig Jod zur Verfügung, versucht sie dies durch die Bildung von neuem Gewebe auszugleichen. In fortgeschrittenem Stadium leiden die Betroffenen unter einem Engegefühl im Hals sowie Atem- und Schluckbeschwerden. Außerdem kann es zu sichtbaren Verdickungen am Hals kommen. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bildet die Schilddrüse mehr Hormone als der Körper braucht. Die Folgen: Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Schwindel, Gewichtsverlust, Haarausfall. Der gesamte Organismus läuft auf Hochtouren.

Die häufigsten Ursachen sind Morbus Basedow oder eine funktionelle Autonomie. Morbus Basedow wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Merseburger Amtsarzt Karl A. von Basedow beschrieben. Typisch ist das gleichzeitige Auftreten von vergrößerter Schilddrüse, hervortretenden Augäpfeln und Herzrasen. Heute weiß man, dass Morbus Basedow eine Autoimmunerkrankung ist, d. h. dass der Körper Antikörper gegen die eigenen Schilddrüsenzellen bildet. Dies führt wiederum zu einer verstärkten Ausschüttung von Hormonen. Bei einer funktionellen Autonomie produzieren Teile der Schilddrüse, sogenannte autonome Adenome oder auch „heiße“ Knoten, unkontrolliert Hormone. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) bildet die Schilddrüse zu wenig oder gar keine Hormone. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Leistungs- und Konzentrationsschwäche sowie depressive Verstimmungen. Häufig entsteht eine Unterfunktion als Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse und ebenso wie Morbus Basedow eine Autoimmunerkrankung. Nur selten verbirgt sich hinter Schilddrüsenveränderungen eine Krebserkrankung. Je nach Gewebaart wird zwischen verschiedenen Schilddrüsenkarzinomen unterschieden. Frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen inzwischen sehr gut.

Die Diagnose
Beim Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung erfolgt zunächst eine Tast-, Blut- und Ultraschalluntersuchung. Zur weiteren Abklärung können noch weitere Untersuchungen nötig sein, z. B. eine Szintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung) zur Beurteilung der Stoffwechselaktivitäten in unterschiedlichen Bereichen der Schilddrüse, eine Feinnadelpunktion (Entnahme einer Gewebeprobe), eine Kernspin- oder Computertomographie.

Die Operation
Nicht alle Patienten mit Funktionsstörungen der Schilddrüse müssen unters Messer. Meist lässt sich die Normalfunktion mit einer medikamentösen Behandlung wiederherstellen. Stadienabhängig stellt bei Morbus Basedow oder einzelnen „heißen“ Knoten auch die Radiojodtherapie eine Alternative zum chirurgischen Eingriff dar. Bei rund 100.000 Patienten pro Jahr ist in Deutschland dennoch die Operation die Therapie der Wahl. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Ziel ist es, die veränderten Anteile vollständig zu entfernen und möglichst viel gesundes Gewebe zu belassen. Es kann allerdings auch notwendig sein, die komplette Schilddrüse zu entfernen. „Schilddrüsenoperationen sind anspruchsvolle Operationen. Das Organ ist sehr gut durchblutet und umgeben von äußerst empfindlichen Strukturen, die keinesfalls verletzt werden dürfen. Um Stimmbandnerven, Nebenschilddrüsen und Gefäße bestmöglich zu schonen, ist eine exakte Schnittführung ebenso wichtig wie eine freie Sicht auf das Operationsfeld“, erklärt Prof. Dr. Carolin Tonus. Deshalb führen der leitende Chefarzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie Prof. Dr. Klaus Rückert und die Co-Chefärztin für Allgemein- und Viszeralchirurgie die Eingriffe nach neuestem Standard unter Einsatz von Ultraschallschere, Lupenbrillenpräparation sowie ständiger Kontrolle der Stimmbandnerven durch Neuromonitoring durch. Die Lupenbrille zeigt das Gewebe in fünffacher Vergrößerung, so dass selbst kleinste Blutgefäße zu erkennen sind. Die innovative Ultraschallschere ermöglicht ein weitgehend unblutiges Operieren. Selbstverständlich achten die Operateure darüber hinaus auf ein optimales kosmetisches Ergebnis.

Nach der OP
„Ist nach einer Operation nur noch wenig oder gar kein Schilddrüsengewebe mehr vorhanden, ist eine lebenslange, aber im allgemeinen sehr gut verträgliche Hormonersatztherapie notwendig, um die fehlende körpereigene Hormonproduktion auszugleichen“, so Dr. Gero Neupert, Oberarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie. Durch regelmäßige Blutuntersuchungen überprüft der Arzt, ob sich der Hormonspiegel im Normbereich bewegt.

Klein, aber oho!
Die Form der Schilddrüse erinnert an einen Schmetterling. Sie befindet sich unterhalb des Kehlkopfes und besteht aus zwei Seitenlappen, die über eine schmale Gewebebrücke vor der Luftröhre miteinander verbunden sind. Trotz ihrer geringen Größe - beim gesunden Menschen wiegt sie gerade einmal 20 bis 30 Gramm - erfüllt sie lebenswichtige Aufgaben im menschlichen Körper. Sie ist unter anderem zuständig für die Produktion der beiden Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). T3 und T4 sind an der Steuerung zahlreicher Stoffwechselvorgänge beteiligt. Sie beeinflussen z. B. den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Traktes und v. a. den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel, also den gesamten Energiehaushalt.

Spezialsprechstunde für Schilddrüsenerkrankungen:
Fr. 10 - 11.30 Uhr, Telefonische Terminvereinbarung unter (040) 18 18-87 16 00.

Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstr. 400
22417 Hamburg
www.asklepios.com/nord

Foto unten: In einer Spezialsprechstunde beraten Prof. Dr. Carolin Tonus und Dr. Gero Neupert Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen.

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Asklepios Klinik Nord - Heidberg
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Tangstedter Landstr. 400
22417 Hamburg
Tel.: 040 - 18 18-87 0
info.nord (at) asklepios.com
www.asklepios.com/nord
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