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Norderstedt | BEB

Ein Stück Normalität und Sicherheit für ukrainische Kinder

Norderstedt (em) Norderstedt. Es ist kurz nach Unterrichtsschluss an der Offenen Ganztagsgrundschule Falkenberg. „Kommst Du auch mit auf die Seilschaukel?“, ruft Drittklässlerin Valeria Marta zu. Die Neunjährige nickt kräftig und schon bringen vier Mädchen gemeinsam das baumstarkdicke Tau in Bewegung.

Mit großer Freude beobachtet Gesine Stahnke, Leiterin des BEB-Teams für die Nachmittagsbetreuung, das Geschehen. Das sieht zwar unspektakulär aus, ist es aber nicht, denn noch vor wenigen Wochen hat Marta in der Ukraine gelebt. Mit ihrer Mutter und ihrem siebenjährigen Bruder Vitalii ist sie aus Brody, 100 Kilometer nordöstlich von Lwiw, geflohen und besucht mit 20 weiteren ukrainischen Kindern seit März die OGGS Falkenberg.
Die Mädchen und Jungen gehen entweder in die DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) oder in eine Regelklasse. Mathe, Sachunterricht, Kunst – alles findet auf Deutsch statt. Da hilft es einigen geflüchteten Kindern wie Marta, wenn sie in ihrem Heimatland Englischunterricht hatten und bereits lateinische Buchstaben kennen. „Die Kinder sind sehr lernfreudig. Das ist keine Selbstverständlichkeit nach den Strapazen der Flucht, schließlich liegen beunruhigende Tage und Wochen hinter den Kindern. Der strukturierte Schulalltag gibt ihnen Halt, Sicherheit und Normalität“, weiß Gesine Stahnke.

Vier Mal pro Woche für jeweils drei Stunden kommen alle ukrainischen Schülerinnen und Schüler bei Nataliia Kumorkievich zusammen. Die gebürtige Ukrainerin ist seit einigen Jahren als BEB-Betreuungskraft an der OGGS Heidberg am Nachmittag tätig. Seit kurzem arbeitet sie zusätzlich vormittags als Ersatzlehrerin an der OGGS Falkenberg, kann Fragen in der Muttersprache beantworten und versuchen kleine Probleme zu lösen.

„Anfangs haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie wir die Kinder am besten integrieren können, aber das haben sie selbst in die Hand genommen, indem sie offen und neugierig an allem teilnehmen, was sie interessiert“, berichtet Gesine Stahnke. Sprachbarrieren werden mit Bildkarten beseitigt. Vieles geht auch ohne große Worte. Rücksichtshalber hat die Schule auf die anstehende Notfallübung mit Sirenenalarm verzichtet.

Gut die Hälfte der aufgenommenen Grundschüler bleibt nach Unterrichtsschluss auf dem Schulgelände. Erst gibt es Mittagessen in der Mensa, dann werden Hausaufgaben gemacht und es kann geklettert und getobt werden. Am liebsten mag Marta das Zahlenraten und spielt mit Anna, die auch aus der Ukraine kommt, und anderen neuen Klassenfreundinnen wie Valeria. Die Neunjährige hat eine wichtige Funktion in und außerhalb der Klasse, denn sie spricht Russisch. Die vielen Fragen von Marta und Anna würden zwar manchmal nerven, dennoch übersetze und helfe sie gerne, räumt die Nachwuchs-Dolmetscherin ein. Zumal die Neuzugänge wissbegierig sind und überall mitmachen wollen – auch in der Nachmittagsbetreuung.

Für Gesine Stahnke ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlen – jedenfalls bei den meisten. „Doch es ist zu erkennen, wer von ihnen ein Päckchen zu tragen hat“, sagt die BEB-Leiterin mitfühlend.

Foto: Anna (l.), Polina sowie die Geschwister Vitalii und Marta genießen die Normalität des schulischen Ganztags – vormittags lernen, nachmittags rutschen. (Foto: BEB)


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