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Norderstedt | BEB

Lehm-Tipis für den Schulhof Lütjenmoor

Norderstedt (em) Norderstedt. Breit grinsend und am ganzen Körper von einer dicken Schlammschicht bedeckt steigt Julius aus einem besonderen „Pool“. Der ist auf dem Schulhof der OGGS Lütjenmoor aufgebaut und enthält statt Wasser zähflüssigen Lehm. „Wir müssen ihn weichstampfen, um damit Tipis bauen zu können“, erzählt der Achtjährige stolz und schmiert sich bei heißen 28 Grad noch etwas kühlenden Matsch ins Gesicht.

Für die letzte Woche der Ferienbetreuung hatte Lars Bock, Team-Leiter der BEB, die sich um das Ganztagsprogramm an städtischen Grundschulen kümmert, ein besonderes Projekt vorbereitet, für das die Stadt 5000 Euro spendierte. Zusammen mit Lehm-Bauer Arnt Redenz aus Aachen übernahmen rund 50 Kinder – darunter auch angehende Erstklässler – die neue Schulhofgestaltung. Innerhalb von fünf Tagen entstanden zwei etwa drei Meter hohe Lehm-Zelte mit jeweils zwei Metern Durchmesser und 15 Zentimetern Wandstärke. Sechs Tonnen Material wurden an den kreativen Ferientagen verbaut. „Die Tipis sind nach vollständiger Durchtrocknung wetterfest und halten drei bis vier Jahre“, weiß der Experte.

Das passt in den Zeitplan der Grundschule, denn sie soll in den Aurikelstieg verlegt werden. Dort entsteht für rund 31 Millionen Euro ein Bildungsstandort mit Kita, Grundschule und Sporthalle – der frühestens 2025 bezugsfähig sein wird. „Bis dahin möchten wir unseren 280 Kindern etwas Ansprechendes bieten, zumal Spielgeräte auf dem Schulhof altersbedingt abgebaut werden mussten“, erklärt Rektorin Angelika Aust die Idee für das Lehmbauprojekt.
Auf eine Konstruktion aus Drahtgeflecht und Holzgerüst mussten diverse Lagen Lehm aufgebracht werden, der zuvor mit zerkleinertem Stroh gemischt wurde. Ein herrlicher Matsch-Spaß mit vollem Körpereinsatz. „Erst ist es etwas eklig, weil sich der Lehm an der Haut festsaugt, aber dann fühlt es sich weich und schön an. Nur das Vermengen mit dem Stroh ist nicht so schön, weil es ziemlich piekst“, berichtet die künftige Viertklässlerin Marlena.

Anschließend hieß es Zielen. Schicht für Schicht wurde das Gemisch mit Schmackes auf die Unterkonstruktion geworfen –„dadurch wird das Material verdichtet und die enthaltene Luft verdrängt“, erklärt Arnt Redenz. Das kostete Kraft und so gönnten sich die jungen Bauherren immer mal wieder Erholungspausen oder kneteten Tiere, Blumen oder Fantasiegebilde aus dem Naturstoff.

Julius kann es kaum abwarten, bis die Schule wieder beginnt und er die selbstgebauten Tipis nutzen kann. „Ich werde dort mit meinem Freund Oskar Entdecker oder Indianer spielen – das wird ganz toll“, freut sich der baldige Drittklässler.

Foto: In die Matsche, fertig, los: Erst musste der Lehm mit vollem Körpereinsatz weichgeknetet und anschließend mit Stroh vermengt werden, ehe er zur Tipi-Wand wurde. (Foto: BEB)

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