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Norderstedt | Gesellschaft Bildung-Erziehung-Betreuung

Spiel und Spaß mit „Hubschrauber-Abstand“

Norderstedt (em) Corona wirbelte nicht nur die Schulzeit durcheinander, sondern nun auch die Ferienzeit. 90 Kinder waren für die Betreuung in den seit 30. März laufenden Osterferien in der Grundschule Heidberg angemeldet. Unter dem Motto „Weltraum“ sollten eine Mondlandschaft und Ufos gebaut werden, Ausflüge ins Planetarium und Kino waren geplant. Doch statt quirligem Trubel herrscht in den Betreuungsräumen Ruhe wie während einer Klassenarbeit.

Sieben Kinder im Alter zwischen sechs und neun Jahren sind heute Morgen gebracht worden. Von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten – wie Carina Lorey. Die Krisenmanagerin einer großen Hamburger Klinik ist mehr denn je auf die aktuelle Notbetreuung angewiesen. „Ich bin sehr froh, dass meine Kinder im gewohnten Umfeld bleiben können und sich nicht an neue Betreuer gewöhnen müssen. Das schafft ein bisschen Normalität in Krisenzeiten. Ich weiß sie gut versorgt und kann mich 100-prozentig auf meine Arbeit konzentrieren.“

Dennoch ist für den siebenjährigen Fynn, der sonst vor und nach der Schule die Ganztagsbetreuung nutzt, einiges anders. Fußballspielen geht nur noch alleine gegen die Hauswand – zu groß ist die Gefahr, dass der Ball im gemeinsamen Spiel ins Gebüsch fliegen und mit den Händen angefasst werden müsste. Viele seiner Freunde sind nicht da, dafür jede Menge Spielmaterial zur Auswahl und viel Platz. Arme weit ausstrecken, einmal um die eigene Achse drehen – „Hubschrauber-Abstand“ nennt Simone Mittelstedt die Mindestentfernung in Corona-Zeiten. Auf Mundschutz wird verzichtet, häufiges Desinfizieren und Händewaschen seien effektiver. „Die Kinder haben die Maßnahmen sofort verinnerlicht und korrigieren sich sogar untereinander“, sagt die 52-jährige. „Ob mit Lego oder Kapla, jeder baut für sich und doch miteinander.“ Es wird gebastelt und gemalt, in der kleinen Bewegungshalle laden Airhockey, Tischtennisplatten und Billardtische – bauartbedingt – zum Austoben auf Abstand ein, was bei den wenigen „Feriengästen“ kein Problem ist.

„Wir halten an zehn Grundschulen eine Notbetreuung vor, allerdings gab es bisher nur an sechs Standorten Bedarf“, erklärt Elke Kölln-Möckelmann von der städtischen Einrichtung Bildung-Erziehung-Betreuung. „Normalerweise organisieren wir die Ganztagsbetreuung für 1700 Norderstedter Schüler. Mit den behördlichen Schulschließungen am 16. März mussten wir einen Teil unserer 125 Mitarbeiter, der zur Risikogruppe zählt, ins Homeoffice versetzen. Dennoch können wir den Betrieb aufrecht erhalten, weil betroffene Eltern sehr diszipliniert sind und die Notbetreuung kaum in Anspruch nehmen“, so die BEB-Geschäftsführerin.

Die Grundschulen Immenhorst und Heidberg seien mit zehn bzw. sieben von insgesamt 27 Kindern am meisten frequentiert, doch der Bedarf könne sich angesichts der ungewissen Lage täglich ändern. „Ich bin stolz auf unsere engagierten Mitarbeiter, die sich trotz drohender Ansteckungsgefahr für die Allgemeinheit einsetzen und hoffe, dass die Gesellschaft nach überstandener Krise pädagogische Arbeit deutlich mehr zu schätzen weiß.“

Foto: Gesellschaft Bildung-Erziehung-Betreuung Norderstedt

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