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Millionen für Umbau – gut angelegt?

Die Kanzlei
Norderstedt |

Millionen für Umbau – gut angelegt?

norderstedt
Norderstedt (rj) In Norderstedt gibt es aktuell 22 Schulen unter Trägerschaft der Stadt: zwölf Grundschulen, vier Gymnasien, drei Gemeinschaftsschulen, zwei Regionalschulen sowie ein Förderzentrum. Wie lange das so bleibt, ist fraglich.

Rückblick: Die Stadtvertretung beschließt im Sommer 2009 die Einrichtung von je drei Regional- (ein Zusammenschluss von Hauptund Realschulen) und drei Gemeinschaftsschulen (Schüler von Jahrgang 5 bis 10 werden unter einem Dach zum Hauptschulabschluss, zum mittleren Abschluss oder zum Übergang auf die gymnasiale Oberstufe geführt). Nur: Die betroffenen Eltern wollten laut Umfrage der Verwaltung mehrheitlich gar keine Regionalschulen.
Die Folgen: Die Regionalschule Falkenberg schafft die ministerielle Hürde erst gar nicht, öffnet mit sieben Anmeldungen für eine fünfte Klasse nie ihre Tore. Die Vorgaben aus Kiel kann auch die Regionalschule Garstedt nicht mehr erfüllen. Gerade einmal 43 Schüler sind nach dem Sommer für die fünfte Klasse gemeldet. Nur der Standort Friedrichsgabe funktioniert.

Ähnliches Dilemma bei den Gemeinschaftsschulen in Norderstedt: Während die Willy-Brandt- Schule sich über hohe Anmeldezahlen freut, melden Harksheide und Ossenmoorpark Rückgänge. Und nun stehen auch noch Investitionen an: Beschlossen ist bereits der Um- und Neubau der Gemeinschaftsschule Harksheide. In zwei Jahren sollen die Schüler dann in die jetzige Hauptschule Falkenberg umziehen. Kostenpunkt: 12 Millionen Euro. Während der Bauphase sollen sollen die 164 Hauptschüler in die Regionalschule Garstedt untergebracht werden. Das würde neben dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen auch Umbauten erfordern. Einzelheiten der Investitionen werden zur Zeit von der Verwaltung ausgearbeitet und der Politik nach der Sommerpause vorgelegt.
Sind Investitionen in die Regionalschule Garstedt und Gemeinschaftsschule Harksheide bei weniger Anmeldezahlen überhaupt sinnvoll? Wir fragten bei den Parteien nach.


CDU: Ja zu Standort und Konzept
Erste Erfolge werden sichtbar: Für 470 Schüler gibt es an beiden Standorten an drei Tagen in der Woche ein Nachmittagsangebot der Offenen Ganztagsschule und eine Mensa mit Mittagstisch. Darüber hinaus strebt die Schule den Status der „Gebundenen Ganztagsschule“ an und ist somit auch ein wichtiger Baustein der Norderstedter Ganztagsbetreuung. Die CDU bewertet die Zukunft der RS Garstedt daher als aussichtsreich und befürwortet Investitionen in den Standort aus weiteren wichtigen Gründen: Das Wohngebiet „Garstedter Dreieck“ in unmittelbarer Nähe wird junge Familien anziehen. Mit auskömmlichen Anmeldezahlen kann gerechnet werden. Die elterliche Präferenz für gymnasiale Anmeldungen wird zurückgehen, wenn begriffen wird, dass auch der Schultypus Regionalschule die Möglichkeit bietet, anschließend Abitur (G9) zu machen. Wir werden und dafür einsetzen, dass mit haushälterischem Augenmaß möglichst flexible räumliche Voraussetzungen für gelingendes Lernen und Unterrichten an der Regionalschule Garstedt geschaffen werden.


SPD: In Schulstandort investieren
Größere Investitionen in den Schulstandort Aurikelstieg machen solange Sinn, wie sich genügend Kinder finden, die dort unterrichtet werden können. Ob es sich dabei um eine Regionalschule oder in Zukunft um eine Gemeinschaftsschule handelt, ist für uns zweitrangig. Wir müssen leider feststellen, dass die fünfte Klasse der Regionalschule Garstedt 2011 mit gerade einmal 20 Anmeldungen gestartet ist – für ein dauerhaftes Überleben der Schule zu wenig. Ich bin dafür, dass wir in das Schulgebäude investieren und es so flexibel ausbauen, dass – wenn die Regionalschule keine fünfte Klasse zusammen bekommt – die sehr stark nachgefragte Willy-Brandt- Gemeinschaftsschule ihre Oberstufe dorthin auslagern kann. So müssten dort keine Kinder abgewiesen werden, weil die Anmeldequote überschritten ist. Ich sehe die Zukunft der Regionalschule Friedrichsgabe grundsätzlich positiv, die Anmeldezahlen dort sind auf einem guten Niveau.


GALiN: Regionalschule ohne Zukunft
Die Regionalschule Falkenberg öffnete 2010 mit sieben Anmeldungen nicht einmal ihre Tore, die Regionalschule Garstedt konnte im März 2011 gerade einmal 20 Anmeldungen für die fünfte Klasse verbuchen – auch sie hat damit kaum mehr eine Zukunft. Eigentlich war dieses Ergebnis vorhersehbar. Die allermeisten Eltern wünschen sich für ihre Kinder, dass die Schulkarriere so lange wie möglich geöffnet bleibt – bis hin zur Hochschulreife. Die Regionalschule endet jedoch mit der zehnten Klasse. Der Bedarf für eine Regionalschule wird – wie prognostiziert – durch die Regionalschule Friedrichsgabe abgedeckt. Zu dieser Einsicht hätten sich CDU und FDP jedoch von ideologischen Standpunkten verabschieden und allein das Wohl und die Zukunftschancen der Kinder im Blick haben müssen. So wird es am Standort Falkenberg die eine Gemeinschaftsschule geben und am Aurikelstieg, mit Blick auf die künftige Bebauung des Garstedter Dreiecks, letztlich auch. Aber bauliche Änderungen am Standort Aurikelstieg werden nach hinten rutschen.


FDP: Entscheidung bis Jahresende
In der Zukunft wird es neben dem Gymnasium nur noch eine weiterführende Schulform geben. Die Frage muss lauten, ob die Gesamtzahl der Schüler zukünftig vier oder fünf Gemeinschafts- bzw. Regionalschulstandorte erfordert. Diese Entscheidung muss bis spätestens Ende des Jahres getroffen werden, damit die engagierten Lehrer und Eltern der Schule Planungssicherheit haben. Die FDP ist der Meinung, dass vor einer endgültigen Entscheidung alle Daten und Fakten auf dem Tisch liegen müssen. Dies ist noch nicht der Fall. Der Architektenentwurf samt Kostenschätzung für eine Modernisierung der Regionalschule Garstedt wurde den Ausschussmitgliedern noch nicht vorgestellt. Neben den Anmeldezahlen für die fünften Klassen müssen auch die Neuzugänge in den höheren Klassen berücksichtigt werden. Kurz nach Schulbeginn werden wir die aktuellen Zahlen kennen. Wenn Daten und Fakten bekannt sind, wird die FDP das Gespräch mit den Beteiligten der Schule sowie mit der Schulrätin suchen und eine Entscheidung treffen.


Die Linke: Investition sehen wir kritisch
Wir stehen einer Investition in die Regionalschule Garstedt kritisch gegenüber. Die Anmeldezahlen zeigen einen Trend hin zu den Gemeinschaftsschulen, von daher muss aus unserer Sicht eine Vergrößerung der Kapazitäten genau geprüft werden. Dies heißt nicht, dass wir jede Investition kategorisch ablehnen. Renovierungsarbeiten und eine Vergrößerung der Mensa sind sicherlich sinnvoll, aber dies werden keine Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe sein. Desweiteren sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre alle Norderstedter Grundschulen zu offenen Ganztagsschulen werden. An diesen Schulen muss ebenfalls viel investiert werden. Es sollten unserer Meinung nach die Anmeldezahlen im Blick gehalten und auf Grund dieser Beschlüsse gefasst werden.
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