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Norderstedt | Polizei

Falscher Polizeibeamter erbeutet Bargeld und Schmuck

Norderstedt (em) Am Montag, 20. Januar, erbeutete ein bislang unbekannter Täter mit dem Trick des "falschen Polizeibeamten" in Norderstedt Bargeld und Schmuck.

Gegen 11.30 Uhr meldete sich der Unbekannte telefonisch bei einer 87-jährigen Norderstedterin und stellte sich als Polizeibeamter vor. Im Telefondisplay erschien hierbei als Anrufer-Telefonnummer die 110. Er beschrieb der Dame, dass eine Mitarbeiterin ihrer Hausbank versuche, Geld von ihrem Konto unbefugt umzubuchen. Ferner seien aktuell Einbrecher in ihrer Nähe aktiv, die mit einem Scanner in der Lage seien, von außen Wohnungen nach Geld und Wertgegenständen abzuscannen. Der Anrufer wirkte derart auf die Geschädigte ein, dass er ihr den Eindruck vermittelte, ihr Geld und ihr Schmuck sei weder bei der Bank noch bei ihr zu Hause sicher. Gleichzeitig bot er an, dass ein Polizeibeamter die Sachen bei ihr abholen und sicherstellen werde.

Um ihr den sicheren Eindruck zu vermitteln, dass sie mit der "echten Polizei" spricht, forderte er sie auf, im Anschluss an das Telefonat die 110 zu wählen und sich die Echtheit seines Anrufes bestätigen zu lassen. Vermutlich instruierte er die Geschädigte so, dass sie direkt die 110 ins Telefon eintippte, ohne das eigentliche Telefonat zu beenden. So dürfte es dem Täter gelungen sein, in der Leitung zu bleiben und der 87-jährigen dann vorzutäuschen, mit der echten Polizeileitstelle verbunden zu sein. In dem vermeintlich neuen Telefonat wurde ihr, vermutlich von einem Mittäter, die Echtheit des Anrufes bestätigt.

Die 87-Jährige folgte somit den Anweisungen des Anrufers und übergab einen unteren fünfstelligen Bargeldbetrag sowie Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro. Als sie anschließend Kontakt mit der echten Polizei aufnahm, stellte sich die Sache als Betrug heraus. Die Kriminalpolizei Norderstedt hat die Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. In der Vergangenheit ist es immer wieder zu Versuchen gekommen, insbesondere ältere Menschen am Telefon unter der genannten oder anderen Legenden zur Herausgabe von Bargeld und Wertgegenständen zu veranlassen. Häufig finden die Täter Telefonnummern und Adressen über Telefonbücher heraus und suchen hier gezielt nach Vornamen, hinter denen sie lebensältere Menschen vermuten.

In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin:

• Die Polizei würde niemals Ihr Geld oder Ihre Wertgegenstände sicherstellen, um sie vor Einbrüchen oder Bankmitarbeitern zu schützen

• Die Polizei ruft Sie niemals mit der Telefonnummer 110 im Display an - Gehen Sie skeptisch mit Nachfragen Unbekannter über Ihre Vermögenswerte um

• Rufen Sie im Zweifel Ihre örtliche Polizei oder den Polizei-Notruf an

• Beenden Sie unbedingt selbst und aktiv bestehende Telefonate, bevor Sie selbst einen Anruf tätigen

• Häufig wählen die Täter gezielt lebensältere Menschen für ihre Taten aus. Sprechen Sie mit Ihren Eltern und Großeltern über dieses Thema

• Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre örtliche Polizeidienststelle

• Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.polizei.schleswig-holstein.de

Originaltext: Polizeidirektion Bad Segeberg

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