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Norderstedt | Rechtsanwaltskanzlei Lotz und Schmidt

€ Was der Vermieter darf

Norderstedt (em) Was Vermieter und Mieter dürfen, welche gegenseitigen Rechte und Pflichten bestehen, führt nicht selten zu Reibereien zwischen den Mietparteien. Folgende Punkte sind besonders streitträchtig.

Bei Mietvertragsbeginn muss der Vermieter dem Mieter alle Wohnungsschlüssel überlassen. Insbesondere darf der Vermieter nicht „für alle Fälle“ einen Schlüssel zurückbehalten. Keinesfalls darf der Vermieter die Wohnung ohne oder sogar gegen den Willen des Mieters betreten. In diesem Fall würde der Vermieter einen Hausfriedensbruch begehen.

Wenn die Parteien im Mietvertrag nichts anderes vereinbart haben, darf der Vermieter daher die Wohnung nur aus besonderen Anlässen betreten, beispielsweise wenn ein Schaden droht oder bereits eingetreten ist, wenn der begründete Verdacht besteht, dass die Mieträume verwahrlost sind oder wenn der Vermieter die Wohnung einem Kaufinteressenten bzw. einem Nachmieter zeigen möchte. Dabei darf der Vermieter ohne Einverständnis des Mieters keine Fotos von der Wohnung fertigen. Wichtig ist aber, dass der Vermieter die Besichtigung rechtzeitig vorher anmeldet. Normalerweise sind mindestens 24 Stunden ausreichend, bei berufstätigen Mietern muss unter Umständen eine längere Zeit beachtet werden (ca. 7-14 Tage).

Der Vermieter darf von dem Mieter verlangen, dass dieser die Ruhezeiten einhält (in der Regel von 22 Uhr bis 7 Uhr und 13 Uhr bis 15 Uhr). Normale Wohngeräusche und Haushaltsgeräusche sowie das übliche Spielen von Kindern muss er hinnehmen. Der Vermieter darf dem Mieter deshalb auch nicht verbieten, nachts zu baden oder zu duschen, selbst wenn in einem Mehrfamilienhaus andere Hausbewohner in ihrer Nachtruhe gestört werden. Gehen von einem Mieter jedoch erhebliche Lärmbelästigungen aus und wird dadurch der Hausfrieden nachhaltig gestört, darf der Vermieter das Mietverhältnis kündigen, in besonders schweren Fällen auch fristlos gemäß § 543 Abs. 1, 569 Abs. 2 BGB.

Wenn der Vermieter dem Mieter einen Garten überlassen hat, kann er von dem Mieter nur einfache Pflegearbeiten, wie z. B. Rasenmähen, Unkraut jäten, Laubharken verlangen. Für andere Arbeiten, die besonders zeit- oder kostenaufwendig sind wie z. B. eine Rasensanierung, Nachpflanzungen oder der Rückschnitt von Bäumen, ist er selbst zuständig. Immer wieder versuchen Vermieter dem Mieter gänzlich zu verbieten, ein Haustier zu halten. Dies ist in der Regel unzulässig. Der Mieter darf Kleintiere wie Kanarienvögel, Kaninchen, Goldhamster oder Fische auch ohne Erlaubnis des Vermieters stets in der Wohnung halten. Bei Hunden und Katzen kommt es auf die Art, Größe, das Verhalten und die Anzahl der Tiere sowie auf Art, Größe, Zustand und Lage der Wohnung an. Gewöhnlich dürfen 1 bis 2 Katzen bzw. ein Hund gehalten werden. Der Vermieter darf aber das Halten gefährlicher Tiere wie z. B. Riesen- oder Giftschlangen, giftige Spinnen und Skorpione oder auch „Kampfhunde“ verbieten, weil durch diese Tiere Mitbewohner oder Nachbarn gefährdet werden können.

Der Vermieter darf dem Mieter gemäß § 540 BGB grundsätzlich verbieten, dass dieser die Wohnung an eine andere Person überlässt oder diese sogar weitervermietet. Allerdings hat der Mieter das Recht, enge Familienangehörige, wie z. B. den Ehegatten, Kinder, Nichten und Neffen, unabhängig vom Alter mit in die Wohnung aufzunehmen, ohne den Vermieter um Erlaubnis zu fragen. Wenn aber der neue Freund mit einziehen möchte, hat der Vermieter ein Mitspracherecht. Er darf die Erlaubnis aber nur dann verweigern, wenn dafür triftige Gründe vorliegen. Unabhängig davon hat der Vermieter aber immer das Recht zu wissen, wer sich in seiner Wohnung aufhält und der Mieter muss ihm deshalb stets den Namen des Mitbewohners mitteilen. Um Streit zu vermeiden empfiehlt es sich stets, möglichst früh ein offenes Gespräch mit der anderen Partei zu suchen, um so mögliche Konflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen.

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